Wie funktioniert eine Kamera?

Spiegelreflexkameras

Kurzfassung

Bei einer Spiegelreflexkamera ist das Bild im Sucher bereits so zu sehen, wie es aufgenommen wird, da man direkt durch das Objektiv blickt. Bei fast allen Spiegelreflexkameras kann man die Objektive wechseln und dadurch die Bildwirkung verändern.

Ausführlich:

Im Gegensatz zu den Sucherkameras kann man bei (einäugigen) Spiegelreflexkameras das Foto auch im Nahbereich im Sucher ohne Parallaxenfehler erkennen. Auch beim Einsatz von Tele- oder Weitwinkelobjektiven zeigt der Sucher mehr oder weniger exakt, was auf das Bild kommt. Zu diesem Zweck haben die Kameras hinter dem Objektiv und vor dem Bildfenster einen Spiegel eingebaut.

Systemkamera
Eine Canon EF, eine klassischen, natürlich für Film konzipierte, Spiegelreflexkamera aus den späten 60iger-Jahren des letzten Jahrhunderts. Der namensgebende Spiegel ist hier deutlich zu sehen.
Dieser Spiegel reflektiert das durchs Objektiv einfallende Licht auf eine Mattscheibe. Oberhalb der Mattscheibe ist ein Dachkantprisma oder eine ähnliche Konstruktion angebracht. Dadurch kann der Betrachter das Bild aufrecht und seitenrichtig sehen. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hochgeklappt, der Verschluss geöffnet, und das Licht kann vom Objekt durch das Objektiv auf den Sensor fallen.

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Durch diesen Aufbau ist es möglich, den zu fotografierenden Ausschnitt genau zu erkennen. Außerdem kann man so auch die Schärfentiefe genau so sehen, wie sie später im Bild erscheint.

Der Spiegel (gelb) lenkt das Bild in den Sucher. Der Sensor bzw. Film ist durch den Verschluss (blau) geschützt. Belichtung.


Der Spiegel ist nach oben geklappt, der Verschluss geöffnet: Der Sensor kann belichtet werden. Außerdem kann man auch die Schärfentiefe genau so sehen, wie sie später im Bild erscheint.


Mittlerweile bieten die meisten aktuellen Spiegelreflexkameras auch Liveview an. Bei ihnen kann also auf Wunsch auf dem Display das aktuelle Bild des Sensors angezeigt werden. Natürlich kommen hierbei die gleichen Nachteile zum tragen, wie bei den reinen Display- oder den Bridgekameras.
Der Sensor und das Display sind im Dauereinsatz und erwärmen so die Kamera, speziell den dadurch stärker rauschenden Sensor, und verbrauchen Akkustrom. Aber manchmal überwiegt natürlich auch der Vorteil von Liveview , zum Beispiel, wenn man in Situationen fotografieren will, in denen ein Blick durch den normalen DSLR-Sucher nicht möglich ist.
Auch vom Stativ ist Liveview oft eine echte Hilfe. Und in schwierigen Situationen kann man das Livebild je nach Kamera auch noch stark vergrößern, um von Hand zu fokussieren oder zumindest die Arbeit des Autofokus besser kontrollieren zu können. Also: "Nice to have!"

So eine Spiegelreflexkamera hat in der Regel viele Knöpfe und Einstellmöglichkeiten. Wenn sie damit (noch) nicht klarkommen, dann sind sie in meinem Grundlagenfotokurs bestens aufgehoben. Seit über 20 Jahren unterrichte ich Anfänger (und Fortgeschrittene) in den Grundlagen der Fotografie, der Aufnahmetechnik, der Bildbearbeitung und der Bildgestaltung. Hier finden Sie weitere Informationen zu meinen Fotokursen.