Wie funktioniert eine Kamera?

Sucherkameras

Kurzfassung

Sucherkameras besitzen einen Sucher , der am Objektiv vorbei den Blick auf das zu fotografierende Objekt gestattet. Oft sind es relativ einfache und preiswerte Kameras, die sich an den fotografischen Laien wenden.

Ausführlich:

Alle Sucherkameras (analog und digital) haben ein gemeinsames Merkmal: Man betrachtet das Motiv nicht durch das Aufnahmeobjektiv, sondern durch einen separaten Sucher und blickt seitlich oder oberhalb am Objektiv vorbei. Der Sucher kann ganz einfach aufgebaut sein. Ähnlich einer Visiereinrichtung besteht er dann nur aus einem kleinen Loch, durch das man blickt. Ein Rahmen hinter dem Loch stellt grob die Bildbegrenzung dar. Die meisten Sucher sind allerdings mit Linsen ausgestattet.

Sucherkamera

Es gibt sehr aufwendige Suchermodelle, die sowohl die Brennweite des verwendeten Aufnahmeobjektivs als auch den Parallaxenfehler berücksichtigen. Durch einen eingeblendeten Rahmen kann man bei diesen Kameramodellen mehr oder weniger exakt sehen, was tatsächlich auf den Sensor oder Film kommen wird. Sucherkameras gibt es im Digitalbereich genauso wie bei den Kameras für Film. Und in beiden Bereichen sind sie für nahezu alle Aufnahmeformate erhältlich. Die Spanne reicht von winzig kleinen „Spionagekameras“ bis zu Großformatkameras für Planfilm oder digitale Rückteile. Die meisten analogen Sucherkameras gibt es im Bereich der Kleinbildkameras. Digital findet man sie in der Regel im Bereich der sogenannten Kompaktkameras. Es handelt sich in beiden Fällen um die gerade bei Laien wohl beliebteste Klasse von Kameras. Sie sind relativ einfach zu bedienen und meist auch recht preiswert. Die Belichtungseinstellung und auch die Scharfeinstellung geschieht automatisch.

Sucherkmaera
Eine Fuji X 100, eine digitale Sucherkamera, deren Design sich an klassische Messsucherkmaeras anlehnt. Die Besonderheit ist der Hybridsucher, der sowohl als digitaler Sucher (also quasi als Monitor) funktioniert, aber auch ein echter Durchsichtssucher (mit eingespiegelter Anzeige der Aufnahmedaten) sein kann. Eine meiner Lieblingskameras [der Nachfolger bei Amazon(*)]

Im digitalen Bereich hat es aber in letzter Zeit (Stand 2016) eine Renaissance der hochwertigen Sucherkameras, zum Teil mit Wechselobjektiven etc., gegeben. Diese verfügen in der Regel über einen deutlich größeren Sensor als die kompakten Typen, wodurch sie eine höhere Bildqualität aufweisen können.

Bei den wertvolleren Sucherkameras (analog und digital) wird häufig von Hand fokussiert. Damit man sich dabei nicht aufs Schätzen verlassen muss, sind diese Modelle oft mit einem Mischbildentfernungsmesser ausgestattet, der mit der Entfernungseinstellung des Objektivs gekoppelt ist. Ganz einfache und preiswerte analoge Sucherkameras dagegen haben oft (nur) ein Fixfokusobjektiv.

Während die Fixfokuskameras mit nur einer Brennweite (meist einem Weitwinkel) auskommen müssen, kann man bei anspruchsvolleren Sucherkmaeras die Objektive wechseln. Und viele der preiswerteren Kompaktkameras (digital und analog) sind mit einem Zoomobjektiv ausgestattet. Die Sucherkameras besitzen einige Vorteile gegenüber Spiegelreflexkameras. So sind sie meist unauffällig und leise im Gebrauch und vor allem oft auch preiswert zu bekommen. Allerdings haben sie auch einige gravierende Nachteile. Eines der größten Probleme im Umgang mit (Film-)Sucherkameras ist der sogenannte Parallaxenfehler. Durch diesen Fehler kommt etwas anderes aufs Bild, als man durch den Sucher sieht. Er macht sich glücklicherweise fast nur im Nahbereich bemerkbar.

Der Parallaxenfehler, der Sucher zeigt einen anderen Bildausschnitt als das Objektiv sieht.

Bei digitalen Sucherkameras steht oft zusätzlich ein schon bei der Aufnahme aktives Display zur Verfügung, das den Blick durchs Objektiv mehr oder weniger exakt und ohne Parallaxenfehler anzeigen kann. Ein anderer Nachteil der analogen Sucherkameras (bei den digitalen Modellen kann das zum Teil durch das Display wieder ausgeglichen werden) ist die fehlende Möglichkeit, die Ausdehnung der Schärfentiefe zu erkennen. Man kann sie ja im Sucher im Gegensatz zu einer einäugigen Spiegelreflexkamera mit Abblendtaste nicht sehen.

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Objektive mit extrem langen oder auch kurzen Brennweiten (wird im Folgenden ausführlich erklärt) sind an reinen Sucherkameras nur schlecht einzusetzen, da im Sucher nicht mehr gut zu kontrollieren ist, was aufs Bild kommt. Auch die Wirkung von Filtern lässt sich (Ausnahme Digitalkamera) nicht gut erkennen. Ja, selbst ein Finger, der aus Versehen vor das Objektiv gehalten wird, ist erst auf den fertigen Bildern zu sehen. All diese aufgeführten Nachteile kann man oft mit dem Display einer digitalen Kamera umgehen.



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