Wie funktioniert eine Kamera?

Die Ausstattung

Kurzfassung

Kameras werden mit vielen verschiedenen Ausstattungsdetails angeboten:

  • Belichtungsautomatik
  • Belichtungskorrektur
  • optischer Sucher
  • wechselbare Belichtungsmessarten
  • Display
  • Autofokus
  • Liveview
  • motorisierter Filmtransport
  • Pufferspeicher
  • Sensorreinigung
  • Abblendtaste
  • Image Stabilizer
  • Fernauslöseranschluss
  • WLAN
  • Firmware
  • (Sucher -) Anzeigen
  • Bracketing
  • Einstellungsmenu
  • Mehrfachbelichtungen
  • Selbstauslöser
  • Wechselsucher/-mattscheiben
  • Messwertspeichertaste
  • eingebauter Blitz
  • Spiegelvorauslösung
  • erhältliches Zubehör
  • Software
  • Herstellersupport
  • Farbräume
  • Histogrammfunktion/Clippinganzeige
  • Serienbildfunktionen / Pufferspeicher
  • Es gibt sehr viele Sonderformen und Spezialkonstruktionen für die unterschiedlichsten fotografischen Aufgabengebiete. Einige dieser Typen möchte ich hier vorstellen.

    Vorab:
    Im folgenden werden einzelne Punkte erläutert, die für Sie, je nach Wissenstand, evtl. erst einmal unverständlich sind. Sollte das der Fall sein, so lesen Sie bitte erst noch die folgenden Kapitel "Das Objektiv" und "Belichtung".
    Dieses Kapitel hier ist auch erst dann wirklich wichtig, wenn Sie sich eine Kamera anschaffen wollen. Dann kann gerade auch die Ausstattung der Kamera kaufentscheidend sein. Aus dem Grunde versuche ich versuche hier auch einige der gelegentlich übersehenen "Features" aufzuführen.

    Belichtungsautomatik /-korrektur /-messverfahren

    Belichtungskorrektur an  einer Nikon DSLR
    Mit der Belichtungskorrektur (hier an Nikon) kann man man die Belichtung verstärken (+) oder reduzieren (-).
    Die Belichtungsautomatik ist heute Standard, fast alle Kameras bieten sogar mehrere Verfahren dafür an. In dem Zusammenhang ist aber wichtig, dass der Fotograf eingreifen kann. Eine Automatik, die man nicht abschalten oder zumindest beeinflussen kann, ist schlecht für Fotografen, die ihre Bilder gestalten wollen. Aus dem Grund sollte die Kamera eine Möglichkeit zur Belichtungskorrektur haben.
    Zur Messung und Regelung der Belichtung und zu den Automatiken gibt es im Kapitel "Belichtung" ausführliche Informationen.

    Wechselbare Belichtungsmessarten sind natürlich eine feine Sache, aber gerade in der digitalen Welt sind sie nicht zwingend notwendig. Welche Arten zur Verfügung stehen könnten und was ihre jeweiligen Vor- und Nachteile sind, wird im Kapitel "Belichtung" erklärt.

    Autofokus

    Der Autofokus (die Kamera kann automatisch auf die richtige Entfernung scharf stellen) kann eine große Hilfe sein, aber auch hier gilt: Man sollte ihn abschalten buzw. beeinflussen können. Es ist ärgerlich, wenn der Autofokus bei Zoobildern sich nicht davon abbringen lässt, auf die Gitter statt auf die Tiere scharf zu stellen.
    Den Autofokus beeinflussen oder auch ganz abschalten zu können ist bei den Kompaktkameras immer noch ein besonderes Feature, bei System- und Spiegelreflexkameras ist es eine Selbstverständlichkeit.

    Motorischer Filmtransport / Pufferspeicher / Hochformatgriff.

    Früher war der "Motor" oder zumindest der kleinere und leistungsschwächere "Winder" das Erkennungszeichen für den Fotoprofi mit der "Profikamera". Es war meist ein großer, klobiger Motorantrieb, der unter die Kamera geschraubt werden musste und dann den Film transportierte und den Verschluß spannte. Heutzutage ist so ein Antrieb auch in die preiswerten analogen Sucherkameras bereits fest eingebaut.

    Digitalkameras benötigen natürlich keinen Motor für den Filmtransport. Hier gibt es aber eine ähnliche Funktion, das sogenannte Serienbild. Damit ist es möglich, mit einem langen Druck auf den Auslöser eine mehr oder weniger große Zahl von Bildern mehr oder weniger schnell hintereinander aufzunehmen.
    Die heute üblichen Speicherkarten wären für ein solches Dauerfeuer von zum Teil 10 Bildern und mehr je Sekunde viel zu langsam, sie könnten die anfallenden Datenmengen in dieser kurzen Zeit nicht schnell genug aufnehmen. Deshalb stellen die Kameras einen internen schnellen Pufferspeicher zur Verfügung, der die Daten quasi zwischenlagert. Dessen Größe bestimmt dann massgeblich, wie viele Bilder in Serie geschossen werden können.
    Kameras mit kleinem Pufferspeicher sind für die Sportfotografie nicht so optimal, bei Landschaften dagegen spielt die Größe des Pufferspeichers keine so große Rolle.

    Hochformatgriff Canon
    Dieser Hochformatgriff ("Akkukeller") bietet Platz für zwei Akkus, aber der Akku-Platz im Handgriff der Kamera kann damit nicht mehr genutzt werden. Interessant ist, dass der Auslöser und die Einstellknöpfe und -räder am Handgriff zuätzlich vorhanden sind.
    Für einige Digitalkameras gibt es auch Zubehör, das ganz ähnlich aussieht wie die früheren Motoren der analogen Spiegelreflexkameras. Diese sogenannten Hochformatgriffe dienen natürlich nicht mehr dem Filmtransport.
    Sie nehmen statt dessen meist zusätzliche Akkus auf und erlauben so mehr Bilder ohne Akkuwechsel.
    Außerdem besitzen diese Griffe oft einen zusätzlichen Auslöser an der Seite, so dass man die Kamera im Hochformat bequemer halten kann. Die Verlängerung der Kamera durch diesen zusätzlichen Griff nach unten ist darüber hinaus auch bei waagerechter Kamerahaltung für einige Fotografen eine Erleichterung, mit großen Händen lässt sich die Kamera so leichter handhaben.

    Abblendtaste

    Vor vierzig oder mehr Jahren war die automatische Springblende eine Zusatzausstattung, die hier erwähnt worden wäre. Die Blende schloss sich damit immer erst im Moment der Aufnahme auf den eingestellten Wert, das Sucherbild war dadurch heller. Damals ein echtes Kaufargument, ein Haben-Wollen-Feature.
    Mittlerweile ist die Springblende aber schon seit Jahrzehnten Standard. Man wird wohl keine Spiegelreflexkamera mehr ohne sie finden. Und auch viele Systemkameras besitzen sie aus ganz ähnlichen Gründen wie die DSLRs.
    Das helle Sucherbild ist toll, aber da durch diese automatische Springblende die Blende vor der eigentlichen Aufnahme immer voll geöffnet ist, kann man im Sucher dann leider nicht mehr die bei der Aufnahme relevante Ausdehnung der Schärfentiefe erkennen.
    Deshalb brauchte man als Zusatzausstattung für solche Kameras eine Abblendtaste, die auf Wunsch die Blende auf den eingestellten Wert schließt. Nicht nur in diesem Fall ist das "Feature" der Vergangenheit (hier: Springblende) der Grund für das "Feature" der Gegenwart (hier: Abblendtaste).
    Mit der Abblendtaste wird es dann möglich, schon vor der Aufnahme im Sucher (oder heutzutage auch auf dem Display) die tatsächliche Ausdehnung der Schärfentiefe zu kontrollieren.
    Analog gab es auch nach der Aufnahme keine Möglichkeit der Schärfentiefenkontrolle, mam musste warten, bis der Film entwickelt und das Bild vergrößert war. Das war damals die große Zeit der Schärfentieferechner und Abblendtasten. (Auf der Website der Fotoschule-Ruhr gibt es übrigens meinen Schärfentieferechner und meine Schärfentieferechenscheiben, sogar mit Anleitungsvideo.)

    Heute, in der digitalen Welt, ist die Abblendtaste aber bei weitem nicht mehr so wichtig. Spätestens wenn das Bild im Kasten ist, kann man ja auf dem Display der Kamera die Schärfentiefe überprüfen. Und durch die Lupenfunktion geht das sehr komfortabel und präzise.
    Das war in der analogen Welt nicht möglich, da war die Abblendtaste vor der Aufnahme die einzige Chance, einen visuellen Anhalt der Schärfentiefe zu bekommen.

    Fernauslöseranschluss

    Mit dem Fernauslöser (früher war das ein mechanischer Drahtauslöser ) kann man die Kamera auslösen, ohne das Gehäuse zu berühren. Für Langzeitbelichtungen ist so etwas natürlich ideal, vor allem, wenn das Stativ nicht 100%ig stabil ist. Der Fernauslöser funktioniert meist elektrisch per Kabel, bei manchen Kameras und als Zubehör gibt es ihn auch als Infrarot- oder Funkauslöser.

    Yongnuo Funkfernauslöser.
    Sie können damit nicht nur die Kamera auslösen, sodern auch eine Funkverbindung zu einem entfernt plazierten Blitz aufbauen.
    (Affiliate Link, ich erhalte etwas Provision)
    Leider wird er bei Kompaktkameras gerne eingespart. Man kann sich zwar in einigen Situationen mit einem Selbstauslöser behelfen, doch es ist beileibe kein vollwertiger Ersatz. Im Bereich "Zubehör", unter "Stativ", können Sie lesen, wie man sich eine Befestigungsmöglichkeit für einen mechanischen Fernauslöser selbst basteln kann.


    Für Langzeitbelichtungen braucht man einen Fernauslöser oder muss sich mit dem Selbstauslöser behelfen.
    Heutzutage bieten viele moderne Kameras die Möglichkeit, über WLAN Kontakt zu einem Rechner, Tablet oder Smartphone aufzunehmen. Darüber ist dann oft auch eine Fernsteuermöglichkeit zu erreichen, die mit Livebild und Belichtungssteuerung weit über einen klassischen Fernauslöser hinausgeht.
    Mehr dazu weiter unten.

    Wechselsucher und -mattscheiben

    Wechselsucher waren in der analogen Welt ein wichtiges Kriterium, wenn man eine (Spiegelreflexkamera) Kamera für spezielle Aufnahmegebiete einsetzen wollte. So konnte man durch besondere Sucher auch aus ungewöhnlichen Winkeln (Winkelsucher ) oder aus größerem Abstand, z.B. hinter einer Schutzbrille, (High-Eyepoint-Sucher) auf das Sucherbild blicken.
    Es gab auch für einige (analoge) Sucherkameras Wechselsucher, um bei einem Objektivwechsel das Sucherbild an "extremere" Objektive anzupassen.
    Da heutzutage in solchen Fällen häufig das Display der digitalen Kamera als Sucher verwendet werden kann, ist das Thema Wechselsucher eher nur noch etwas für Spezialisten.
    Bei den Mattscheiben sieht das anders aus, da kann es auch an einer DSLR sehr sinnvoll sein, wenn sich dei Mattscheiben wechseln lassen. Eine Rastermattscheibe zum Beispiel ist sowohl bei Reproduktionen als auch bei Architekturaufnahmen hilfreich.

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    Systemkameras, die statt der Mattscheibe einen Monitor haben, sind da natürlich im Vorteil, dort kann man auch elektronische Wasserwaagen etc. zusätzlich einblenden.
    Doch die Hersteller von DSLRs schlafen nicht. Einige setzen mittlerweile Mattscheiben ein, mit denen sich ein Gitterraster zum Ausrichten der Kamera oder eine elektronische Wasserwaage in die Mattscheibe einblenden lassen.

    Optischer Sucher

    Der optische Sucher fehlt bei vielen Kompaktkameras. <
    Und viele fotografieren heutzutage selbst mit DSLRs (die in der Regel über einen guten optischen Sucher verfügen), indem sie das zu fotografierende Motiv auf dem Display (in Liveview) betrachten. Man könnte glauben, der optische Sucher hätte ausgedient.
    Aber gerade in heller Umgebung, wo man auf em Display nicht viel erkennen kann, aber auch im Dunkeln, wo die zusätzliche Auflage der Kamera an der Stirn gegen das Verwackeln helfen kann, ist das nicht optimal.
    Vielen DSLRs sind im Gegensatz zu Systemkameras nicht auf die Benutzung eines elektronischen Suchers/Displays spezialisiert. Bei den Spiegelreflexkameras kann durch Liveview der Auslöseprozess stark verzögert werden, weil nach dem Druck auf den Auslöser die Kamera erst Liveview beenden, dann das Foto aufnehmen und dann Liveview wieder aktivieren muss.
    Das ginge dann mit einem optischen Sucher, viel schneller.

    Display

    Das Display ist natürlich ein echtes "Feature" der Digitalkameras.
    Beid en vielen Varianten kommt es zum einen darauf an, dass es ausreichend hell (und für dunkle Umgebungen auch dimmbar) ist. Es sollte eine möglichst scharfe, fein aufgelöste Darstellung ohne Farbstich bieten.
    Und es sollte gut zu sehen sein. So ist es manchmal ausgesprochen hilfreich, wenn das Display klappbar und/oder schwenkbar ist. (Die mechanische Qualität der Kamera sollte darunter aber nicht leiden).
    Große Displays sind, außer wenn die Kameras klein bleiben sollen, besser als kleine. Und wenn dann auf gleicher Displayfläche noch möglichst viele Bildpunkte erkennbar sind, die Pixeldichte also hoch ist, lässt sich auch die Schärfe mehr oder weniger gut beurteilen.

    Liveview

    Bei Kompaktkameras ist es Schnee von gestern, aber im Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras gibt es Liveview erst seit einigen Jahren. Damit ist die Möglichkeit gemeint, das Bild noch vor der Belichtung auf dem Display zu betrachten.
    Bei einer Spiegelreflexkamera ist vor dem Belichten normalerweise der Verschluss geschlossen und der Spiegel zur Betrachtung des Motivs durch den Sucher heruntergeklappt. Der Sensor erhält also kein Licht und kann somit auch nicht das Display mit Informationen versorgen.
    Bei den meisten Spiegelreflexkameras mit Liveview wird der Spiegel hochgeklappt, der Verschluss geöffnet, und nun kann man das Motiv auf dem Display beurteilen. Das ist in manchen Situationen sehr praktisch, aber es hat auch Nachteile.
    Meist kann der Autofokus gar nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. Liveview verbraucht auch viel Akkuleistung. Und der Sensor wird nach und nach wärmer, das Rauschen kann zunehmen.
    Aber es sind, neben der bequemen Bildbetrachtung auf dem Display, auch andere Vorteile vorhanden. So verfügen viele DSLRs zwar über eine größere Anzahl von Autofokuspunkten, aber diese liegen nur selten im Randbereich der Bilder. Mit Liveview und selektivem Autofokus, evtl. gekoppelt mit Facedetection ist es möglich, auch in diese Randbereiche präzise zu fokussieren.
    Mit Liveview kann man bei manueller Fokussierung (am besten vom Stativ) das Sucherbild auf dem Display stark vergrößern, eine wirklich Hilfe in kniffligen Situationen.

    WiFi-Verbindung

    Eine Kamera mit WLAN ist machmal wirklich praktisch. Vor allem, wenn der Hersteller seine Hausaufgaben gemacht hat und das Zusammenspiel von Kamera und Smartphone funktioniert. Das geht schon mit der Stabilität und Reichweite der Verbindung los. Das muss einfach zuverlässig und auch über mehrere Meter hinweg funktonieren. Tut es nur nicht immer.
    Und die Software sollte auf allen gängigen Smartphone-Betrübssystemen gut laufen. Leider auch nicht selbstverständlich.
    Alle für eine Aufnahme relevanten Einstellungen sollten sich aus der Ferne ändern lassen. Wenn das WLAN nur als besserer Fernauslöser arbeitet, ist das heutzutage viel zu wenig.
    Sowohl das Sucherbild als auch die fertige Aufnahme sollten sich schnell und in hoher Qualität anzeigen lassen. Und in Zeiten, in denen RAW-Bilder auf Tablett und Smartphone bearbeitet werden können, sollte auch deren drahtlose Übertragung selbstverständlich sein. (Sollte!, aber die Realität sieht auch 2017 leider noch anders aus.)
    Manchmal kann/muss man, wenn man per WLAN-Kabel an die RAWs will, ein wenig tricksen, hier zeige ich einen Weg um RAWs per WLAN von Olympus Kameras auf den Rechner zu laden..)

    Bracketing

    Bracketing, also automatische Belichtungsreihen, am besten in frei wählbarer Anzahl mit frei wählbaren Belichtungsintervallen, sind für den Diafotografen in kritischen Situationen eine echte, aber kostspielige Erleichterung.
    Deshalb hatte die (automatische) Belichtungsreihe ihren Durchbruch erst im Digitalbereich. Sie ist vor allem eine angenehme Erleichterung bei Reihenaufnahmen, die später mit HDR-Techniken zu 16-, 32- oder gar 48-Bit-Bildern zusammengesetzt werden sollen. (HDR/DRI)
    Völlig unverständlich bleibt, warum manche Hersteller diese Funktion künstlich einschränken. Manchmal sind drei Aufnahmen einfach zu wenig. Und ein Höchstabstand von einer Belichtungseinheit ("Blendenstufe") zwischen den Bilder ist manchmal unnötig knapp.

    Filmaufnahmen

    Viele Kompaktkameras bieten schon lange die Möglichkeit, Bewegtbilder , also Filme , aufzuzeichnen. Seit Ende 2008 geht das auch mit DSLRs, wenn auch bei weitem nicht so komfortabel wie mit normalen Videokamera s. Dafür haben die DSLRs einen wichtigen Vorteil, sie besitzen wesentlich größere Sensoren als die normalen Videokameras, so dass die so entstehenden Bilder nicht nur weniger Rauschen , sondern auch eine für die Gestaltung oft vorteilhafte minimale Schärfentiefe aufweisen können.

    Sensorreinigung

    Die Sensoren der digitalen Spiegelreflexkameras bzw. die davor angebrachten Schutz- und Filtergläser sind während der Belichtung ungeschützt. Staub, der im Kameragehäuse "herumfliegt", kann sich während der Belichtung auf die (gelegentlich sogar statisch aufgeladenen) Glasoberflächen setzen. Wenn dann Aufnahmen (speziell mit kleiner Blendenöffnung ) gemacht werden, wird der Staub als dunkler Fleck im Bild sichtbar. Dort gelangt ja kein Licht auf den Sensor. Während bei analogen Kameras der Staub immer mit dem Film weitertransportiert wird, bleibt er bei der Digitalkamera für viele Bilder an derselben Stelle. ärgerlich! Aber bei vielen Kameras gibt es eine automatische "Sensorreinigung". Dazu wird der Sensor beim Einschalten kräftig "geschüttelt", damit der Staub abfällt. Das klappt oft, aber leider nicht immer. Doch auch wenn es nicht immer klappt, ist eine solche vorbeugende Staubentfernung besser als gar keine. Der Staub kommt nicht nur beim Objektivwechsel in die Kamera. Es gibt auch viele (Zoom-) Objektive, die wahre "Luftpumpen" sind und für einen regen Staubautausch mit der Außenwelt sorgen.

    Image Stabilizer

    (bei manchen Herstellern auch als VR bezeichnet) dienen dazu, dem Fotografen eine längere Belichtungszeit ohne Verwackeln des Bildes zu ermöglichen: Bei manchen Kameras ist dazu der Sensor so eingebaut, dass er mit einem kleinen "Motor" bewegt werden kann. So lässt sich die Sensorreinigung bewerkstelligen und das Verwackeln der Kamera bei der Aufnahme ausgleichen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit scharfer Aufnahmen, wenn die Belichtungszeit um ein oder zwei Stufen jenseits der Verwacklungsgrenze liegt. Ein IS kann auch in Form eines beweglichen Linsenglieds in Objektive eingebaut werden. Der Vorteil der in die Kamera eingebauten Image Stabilizer liegt darin, dass sie für jedes Objektiv zur Verfügung stehen. Die in die Objektive eingebauten Image Stabilizer können dagegen theo retisch speziell an die Brennweite des jeweiligen Objektivs angepasst werden und so etwas effektiver sein. Image Stabilizer helfen zwar bei wenig Licht, sind aber kein Ersatz für hohe Lichtstärke , da sowohl die Bewegungsunschärfe durch Bewegung im Motiv als auch die geringere Schärfentiefe einer größeren Blendenöffnung damit nicht realisiert werden können. Objektive mit hoher Lichtstärke setzt man nicht immer nur im Grenzbereich der größten Blendenöffnung ein. Man fotografiert mit ihnen auch mit mehr oder weniger stark geschlossener Blende (weil man eine bestimmte Bewegungsunschärfe oder mehr Schärfentiefe wünscht). Wenn man die Blende schließt, ist ein hochlichtstarkes Objektiv ohne IS einem nicht so lichtstarken Objektiv mit IS in Bezug auf das Verwackeln deutlich unterlegen. Es geht bei dem Themenbereich IS/Lichtstärke also nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-alsauch (das ist leider bei im Objektiv verbauten Stabilizern die teuerste Lösung).

    Sucheranzeigen

    Ergonomisch und funktionell durchdachte Sucheranzeigen speziell bei Spiegelreflexkameras, die den Fotografen mit den wichtigsten Informationen (Belichtungseinstellung, Anzahl der noch möglichen Bilder, Autofokusfunktionen) versehen, ohne dass er dazu die Kamera vom Auge nehmen muss, sind besonders in der Pressefotografie wichtig, aber auch in anderen Situationen, in denen man das Motiv nicht aus dem Auge lassen darf. Sie sollten jedoch weder irritieren noch durch ihre Farbgebung oder Helligkeit vom Sucherbild ablenken. Bei einigen Suchern kann man Gitterlinien einblenden lassen, das kann hilfreich sein, um die Bildgestaltung zu überprüfen oder den Horizont auszurichten. Manche Kameras können sogar einen künstlichen Horizont einblenden, der nicht nur den "Roll" um die Aufnahmeachse, sondern auch die Auf- und Abrichtung (Pitch) des Objektivs anzeigt. So kann man sowohl den Horizont im Bild gerade halten, als auch die Wahrscheinlichkeit stürzender Linien kontrollieren.

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    Einstellungsmenü

    (oder "Userinterface") Thematisch eng mit den Sucheranzeigen verwandt ist die (Menü-) Steuerung der Kameras. Es ist natürlich schön, wenn man da viel regeln kann; zumindest die wichtigsten Einstellungen sollten sich aber auch ohne Handbuch vornehmen lassen. Die Unterschiede sind beträchtlich. Versuchen Sie einmal, an unterschiedlichen Kameras den Weißabgleich , die Serienbildgeschwindigkeit, die Empfindlichkeit oder die Anzeige des Clippings einzustellen.

    Selbstauslöser

    Ein Selbstauslöser ist nicht nur wichtig, wenn man selbst mit aufs Bild will, sondern er kann durchaus in bestimmten Situationen helfen, wenn man keinen Fernauslöser zum erschütterungsfreien Auslösen der Kamera bei langen Belichtungszeiten hat.

    Messwertspeichertaste

    Sowohl für den Autofokus als auch für die Belichtungsautomatik gibt es (oft kombiniert) Messwertspeichertasten , die, wenn man ein Referenzobjekt anmisst, auf Druck den einmal gemessenen Wert auch bei änderung des Bildausschnitts beibehalten. Bei vielen Kompaktkameras muss man ersatzweise den Auslöser bis zum ersten Druckpunkt drücken. Oft ist das dann auch die einzige Möglichkeit, korrigierend auf die Belichtung oder die eingestellte Entfernung einzuwirken. Es ist sehr praktisch, wenn man die unterschiedlichen Funktionen mit unterschiedlichen Tasten erreichen kann. Viele Kameras erlauben es, den Autofokusvorgang vom Auslöser zu trennen, so das eine Kamera nur dann (neu) fokussiert, wenn man eine spezielle Taste (meist auf der Rückseite der Kamera) drückt. Wenn man dagegen nur den Auslöser drückt, wird der Autofokus nicht aktiv. Nur der Belichtungsmesser springt dann an. Mit gedrückt gehaltenem Auslöser kann man so in den Belichtungsautomatiken den Messwert von einem Bildausschnitt zum anderen "mitnehmen", ohne dass sich zusätzlich auch noch die Scharfeinstellung ändert.

    Serienbildfunktion/Pufferspeicher

    Gerade für Sport- und Actionfotografen ist eine Serienbildfunktion wichtig. Dabei geht es natürlich um die Geschwindigkeit, mit der die Bilder in Folge aufgenommen werden können.
    Auf den ersten Blick erscheint eine hohe Geschwindigkeit als praktisch, aber das ist in der Praxis später dann manchmal anders. Deshalb ist es gerade auch bei Kameras mit hohen Bildfolgeraten wichtig, dass man die Frequenz der Bilder einstellen kann.
    Am besten ist es, wenn diese sich in der Software der Kamera programmieren lassen, was leider immer noch nicht selbstverständlich ist.

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    - mit Tom! Striewisch, dem Autor des Fotolehrgangs im Internet.

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    Warum kann eine geringere Geschwindigkeit sinnvoll bzw. eine zu hohe störend sein?

    1. Wenn die Serienbildgeschwindigkeit höher als nötig ist, könnte man natürlich auch einfach nur jedes zweite oder dritte oder vierte Bild behalten und die überzähligen Bilder löschen. So erreicht man eine Halbierung, Drittelung oder Viertelung der Geschwindigkeit. Aber der Pufferspeicher der Kamera ist dann doppelt oder gar viermal so schnell gefüllt, die Serie endet früher als nötig.
    2. Es gibt einen Trick gegen das Verwackeln, der auf die Dauerfeuerfunktion aufbaut.
      Man schaltet die Kamera dazu auf Serienbild und drückte den Auslöser. Es wird eine Reihe von Bildern aufgenommen, bei denen das erste durchs Auslösen wohlmöglich noch verwackelt sein wird. In der danach entstehenden Reihe der Aufnahmen wird aber vielleicht ein Bild dabei sein, bei dem die Kamera relativ ruhiger gehalten wurde und das daher schärfer ist die anderen Bilder. Man kann so durch die Serienbildfunktion mit etwas Glück das Verwackeln minimieren oder für einzelne Bilder ganz stoppen.
      Wenn die Kamera nun eine hohe Serienbildgeschwindigkeit hat, werden in dem Zeitfenster mehr Bilder aufgenommen, die hinterher wieder gelöscht werden müssen.
      Und wenn der Pufferspeicher der Kamera zu klein dimensioniert ist, endet die Serie evtl. schon wieder, bevor die Kamera ruig gehalten wurde.